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Weihnachtscircus Roncalli - Clown Zippo ist zurück

Veröffentlicht 21. Dezember 2012 von Berliner Zeitung

Weihnachtscircus Roncalli - Clown Zippo ist zurück

Berlin –

Roncalli-Gründer Bernhard Paul steigt noch einmal in die Manege. Die Premiere des diesjährigen „Weihnachtscircus“-Gastspiels fand im festlich geschmückten Tempodrom statt.

Hereinspaziert: Zirkusdirektor Bernhard Paul mit seiner Tochter Vivi. Foto: Benjamin Pritzkuleit

Hereinspaziert: Zirkusdirektor Bernhard Paul mit seiner Tochter Vivi. Foto: Benjamin Pritzkuleit

Und wieder wurde einer zum Zirkus bekehrt: Alexander Fehling (der Goethe im Kinofilm „Goethe!“) besuchte am Donnerstagabend zum ersten Mal eine Roncalli-Vorstellung und fasste schon in der Pause zusammen: „Ich bin ja eigentlich kein Zirkus-Fan, aber das hier finde ich toll!“

Andere hatten ihr Bekehrungserlebnis schon vor Jahren. Moderator Bürger Lars Dietrich erzählte am Rande der Premiere des diesjährigen Gastspiels vom Roncalli-Weihnachtscircus im Tempodrom: „Erst mit diesem Abend beginnt schon traditionell für meine Familie die Weihnachtszeit. Und immer höre ich anschließend von den Kindern: ,Da gehen wir nächstes Jahr aber wieder hin!' Natürlich gehen wir.“

Mister Germany Jörn Kamphuis benutzte seinen Auftritt auf dem roten Roncalli-Premierenteppich für eine astreine Bewerbung: Plötzlich balancierte er einen Minischirm auf seiner Nase. „Ich bin Jongleur.“ Moderator, Schauspieler und Gastronom Peer Kusmagk, der immer weiß, was er den Fotografen bieten muss, zauberte eine extrem dekorative Clownsnase aus der Tasche (in der sich für den Fall der Fälle auch noch eine kleidsame Ersatznase befand).

Sie alle bekamen ein ganz besonderes Comeback geboten: Roncalli-Gründer und -Direktor Bernhard Paul kehrte mit 65 Jahren in seiner Paraderolle als Clown Zippo in die Manege zurück. Er spielte mit seinem neuen Partner Jan van Dyke eine überarbeitete Version des Zippo-Klassikers „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig!“.

In der Vorstellung am Freitagabend (Tickettelefon 47 99 74 77) erfüllt sich übrigens ein alter Wunsch der Schauspielerin Muriel Baumeister. Sie wollte schon immer mal mit Bernhard Paul gemeinsam in der Roncalli-Manege stehen. Beide haben geübt und werden mit einem kleinen Zaubertrick auftreten.

Aktuelle Fotos zur Gala-Premiere Roncallis Weihnachtscircus im Tempodrom hier

Twin Power: Roncalli-Direktor Bernhard Paul sammelt Zwillinge

Veröffentlicht 19. Dezember 2012 von Sebastian Hofer in profil.at

Twin Power

Twin Power

Roncalli-Direktor Bernhard Paul sammelt nicht nur Kaffeehäuser, Messerbänkchen, alte Beatles-Verstärker und Fahrraddynamos. Sondern auch Zwillinge. Streifzug durch eine vielsagende Kollektion.

Von Sebastian Hofer

Irgendetwas funktioniert hier nicht. David, der Computerspezialist aus Deutschland, verschwindet hinter dem wandfüllenden Flachbildschirm, steckt WLAN-Kisten an und ab, startet Laptops neu, verlegt Kabel. Bernhard Paul thront auf seiner Wohnzimmercouch und verfolgt das Gestecke barfuß, im Hawaiihemd und mit großer Gelassenheit, seine dunkelrosa getönten Brillengläser helfen dabei möglicherweise. Eigentlich hat der Roncalli-Direktor ja keine Zeit für Computerprobleme, denn eigentlich will er jetzt seine legendäre, der Öffentlichkeit bis dato sträflich vorenthaltene Zwillingssammlung präsentieren, und dafür braucht er seinen Computer. Außerdem ist er nur auf Kurzbesuch in Wien, zwei Tage bloß, dann geht es zurück nach Hannover, weiter nach Lübeck, Schwerin, Köln, der Roncalli-Direktor hat gerade viel zu tun, er hat immer viel zu tun. Paul würde gern ein Bier anbieten, hat aber nur Wasser im Haus, keine Zeit zum Einkaufen. „Mein ¬Leben ist verpfuscht“, sagt er und meint es eher nicht so ernst.

Einer der ganz Großen

Während der Computerspezialist am WLAN bastelt, führt Paul einen ZDF-Bericht über sein jüngstes „Bajazzo“-Projekt in Schwerin vor. „Einer der ganz Großen“ sei dieser Bernhard Paul, sagt der Moderator zur Einführung, und: „einer vom fahrenden Volk“. Das stimmt nur halb, Bernhard Paul reist meistens mit dem Flugzeug. Aber ein Großer ist er zweifellos. Seit dreißig Jahren zählt er mit seinem Circus Roncalli zur Creme der europäischen Live-Unterhaltungsbranche. Das soll heute aber nicht das Thema sein, heute solle es um seine Sammlungen gehen, und um eine ganz spezielle, weil ganz private: Bernhards Zwillingssammlung. Aber um die vorzuführen, braucht er seinen Computer, und der streikt. Gut, führt er halt durch seine Wohnung.

Dass man vom Wohnzimmerfenster auf den Naschmarkt-Flohmarkt hinuntersieht, ist kein Zufall, und man sieht es der Wohnung auch an. In Vitrinen, auf Stellagen, unter Glas und auf dem Boden: Altwaren aller Art. Antike Kaffeehauseinrichtungen, komplett bis zur Zuckerdose. Porzellanfrüchte, Postkarten, Poster. Stilmöbel und Ölschinken. Zu jedem Stück eine Geschichte. „Ich war schon immer ein großer Aufheber vor dem Herrn“, sagt Paul und untertreibt. „Das ist natürlich nicht mehr normal. Beziehungsweise schon normal. Ich verstehe ja nicht, warum manche Leute nichts sammeln. Ich habe mittlerweile Hunderte Sammlungen.“ Das war keine Untertreibung. Pauls Wiener Wohnung zeigt nur einen winzigen Ausschnitt seiner Kollektionen, die in Köln mehrere Lagerhallen füllen. Da wäre seine Zirkussammlung, inklusive 200 alter Wägen. Seine Beatles-Sammlung, inklusive Gitarren, Verstärkern, Anzügen und Schlagzeug aus der Hamburger Star-Club-Zeit. Seine Schaufensterpuppen-, seine Wachskopfsammlung. Seine Messerbänkchen-, seine Fahrraddynamosammlung. Seine Sammlung alter Geschäftslokale, darunter Bäckereien, Tabakläden, Würstelstände und Cafés, teilweise inklusive Fassade. „Und da führt natürlich eines zum anderen. Wenn ich einen alten Spielwarenladen kaufe, steckt da auch eine Spielwarensammlung drinnen. Wenn ich ein altes Kino übernehme, sind da alte Kinoprogramme. Es artet alles zu einer Sammlung aus.“ Als das Berliner Luxushotel Adlon eine Ausstellung zum eigenen 100-Jahr-Jubiläum plante, fragte das Management bei Bernhard Paul an, ob er denn über alte Erinnerungsstücke aus dem Haus verfüge. Er verfügte. Die Wirtshausausstellung im Wien Museum anno 2007 wurde ebenfalls mit Paul-Exponaten bestückt. Eine Schau zum Thema „100 Jahre Odol“ im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden genauso.

Das kleine Archiv

Aber eigentlich wollte Bernhard Paul ja seine Zwillingssammlung vorführen, und das klappt jetzt auch endlich. David, der Computerspezialist, hat Wunder vollbracht, Paul nimmt wieder auf seiner Couch Platz und surft durch seinen Server: 275.000 Bilder in Tausenden Ordnern, ein halbes Terabyte digitaler Daten, Bilder seiner Sammlungen. Der Computerspezialist nickt beeindruckt, Paul wiegelt ab. „Das ist jetzt aber nur mein kleines Archiv. Das meiste hab ich noch nicht digitalisiert.“ Nach ein paar Minuten Herumgeklicke, endlich, das Gesuchte: Pauls Zwillingsbildersammlung. Diese Bilder sind nicht für Ausstellungen gedacht, sie sind des Direktors privater Spaß: kleine digitale Fotomontagen, je zwei Bilder zu einem collagiert. Die Fotos zeigen keine echten Zwillinge, sie zeigen Ähnlichkeiten, meistens zwischen Personen, manchmal zwischen Dingen, manchmal zwischen Personen und Dingen, und immer resultiert daraus ein Gag, manchmal ein liebevoller, manchmal ein gemeiner. „Schau, hier zum Beispiel: dieser neue Wintergarten vor dem Café Landtmann. Schaut aus wie eine Wursttheke, oder? Und da: Desmond Tutu und Roberto Blanco – Zwillinge!“ Paul klickt sich durch weitere Ordner, zeigt weitere Beispiele, George Harrison und Jassir Arafat, Michael Häupl und Josef Weinheber. Bernhard Paul ist selbst ganz begeistert: „Ich habe ja ein fotografisches Gedächtnis. Einmal Art-Direktor, immer Art-Direktor.“ Nach seiner Ausbildung an der Grafischen arbeitete Paul in den siebziger Jahren als Cheflayouter für profil, sein Blick für das Ähnliche war da schon bestens geschult. „Das war ja schon an der Grafischen eine Lieblingsbeschäftigung vom Manfred Deix und mir: Leute mit anderen Leuten vergleichen, rein optisch jetzt. Wenn wer schiach war, hieß es: Jö, schau, der Helnwein. Das ist schnell zu einem Running Gag geworden.“

Gags sind diese Zwillingspärchen noch immer, und sie sind es auch in erster Linie. In zweiter Linie steckt in diesen Bilderduetten aber auch eine Wahrheit, die man nicht beschreiben, nur sehen kann. Lässt man eine Außenansicht der Albertina mit einem Bild der Innsbrucker Skisprungschanze kollidieren, ist das erst einmal lustig, zweitens aber auch ein böser Kommentar zum Eventkulturbetrieb. Stellt man Michael Jackson einer ägyptischen Statue gegenüber, wird er plötzlich zu „Michael Jackson“, einem in Stein gemeißelten Image.

Der revolutionäre sowjetische Filmemacher Sergej Eisenstein nahm in seiner Theorie von der Filmmontage das Prinzip der Zwillingsbilder vorweg: „Meiner Ansicht nach ist aber Montage nicht ein aus aufeinanderfolgenden Stücken zusammengesetzter Gedanke, sondern ein Gedanke, der im Zusammenprall zweier voneinander unabhängiger Stücke entsteht.“ Im Unterschied zu Eisenstein besteht Bernhard Paul aber auch auf dem Spaß am blöden Schmäh, etliche davon entziehen sich der Druckreife. Wie viele dieser Zwillingspärchen Bernhard Paul im Lauf der Jahre gesammelt hat, kann er selbst nicht so genau sagen, auf seinem Server ist einiges verschollen oder sonstwie außer Griffweite, und das bemerkt der Direktor in diesem Moment auch selbst. Paul verstummt und konzentriert sich. Geduldig und ohne weiteren Kommentar werden jetzt Ordner verschoben und Bilder umgeschichtet, der Direktor ist ganz bei sich und seinen Zwillingen, eine Viertelstunde, zwanzig Minuten lang, er scheint richtiggehend hypnotisiert von dem Projekt, hier jetzt ein wenig Ordnung zu schaffen. Bernhard Paul versinkt in seiner Couch und sieht plötzlich aus wie ein Computerspezialist. Das ist dann wohl ein Sitting Gag.

Weser Kurier 2.12.2012

Veröffentlicht 4. Dezember 2012 von

"Eine Frage der Disziplin" - Portrait über Encho Keryazov

Weser Kurier 2.12.2012

Roncalli ist auch was für Weihnachtsmuffel

Veröffentlicht 21. Dezember 2012 von B Z News aus Berlin

Roncalli ist auch was für Weihnachtsmuffel

20. Dezember 2012 23:20 Uhr

Zur Weihnachtszirkus-Premiere des Kult-Zirkus im Tempodrom strömten auch allerlei Prominente.

Fast komplett rückten Deutschlands Cool-Rapper Culcha Candela zur Roncalli-Weihnachtszirkuspremiere Donnerstagabend im Tempodrom an, gestanden jedoch: „Ehrlich, wir sind alle echte Weihnachtsmuffel!”, verrieten der B.Z. jedoch.: „Aber wir haben einen geilen Christmas-Song gemacht, den wir allerdings nie veröffentlicht haben – bis jetzt!”

Gar nicht weihnachtsmuffelig dagegen zeigten sich unter dem riesigen Glitzer-Roncalli-Tannenbaum u.a. Schauspieler Peer Kusmagk und Denise Zich mit Gatte Andreas Elsholz. TV-Star Tina Ruland hatte statt ihren eigenen Kindern ein befreundetes Kind dabei, verriet: „Meine Kinder sind leider krank und da wollte ich eben einem anderen Kind einen schönen Abend bescheren!” Merry Christmas!

Roncalli ist auch was für Weihnachtsmuffel
Roncalli ist auch was für Weihnachtsmuffel
Roncalli ist auch was für Weihnachtsmuffel

19.12.12, Berlin

Veröffentlicht 20. Dezember 2012 von Marketing & Presse

Happy Birthday!

Ben Becker feiert seinen Geburtstag bei Roncallis Weihnachtscircus.

19.12.12, Berlin

CIRCUS RONCALLI IN BERLIN

Veröffentlicht 20. Dezember 2012 von Berliner Zeitung

CIRCUS RONCALLI IN BERLIN
 Roncalli in Berlin: Tempodrome

Roncalli in Berlin: Tempodrome

Zeltmeister im Tempodrom

Von Karin Schmidl

Der Cirkus Roncalli baut derzeit die Kulissen für sein Weihnachtsprogramm im Tempodrom am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg auf – unter der Regie von Patrick Philadelphia. Auftakt für den neunten Roncalli Weihnachtscircus ist am 19. Dezember.

Patrick Philadelphia atmet auf. Vier Stunden lang hatte er mit einem Dutzend Technikern versucht, die Bühne zu bewegen. Doch die rückte und rührte sich einfach nicht. Dann die befreiende Lösung: Nur zwei kleine Sicherungen waren kaputt. Jetzt hebt und senkt sich die Bühne wieder wie sie soll. Der 38-jährige Patrick Philadelphia ist Betriebsleiter im Circus Roncalli, der an diesem Wochenende im Tempodrom am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg seinen „Weihnachtscircus“ aufbaut. Zum neunten Mal. Am Mittwoch beginnt die Show.

Bis es soweit ist, herrscht in der Arena ein emsiges Treiben. Techniker befestigen schwere Kettenzüge an Motoren, die an einem Gerüst weit oben unterm spitzen Zeltdach hängen. Zehn Tonnen Last hält so ein Gerüst. Zudem werden überall Tannen aufgestellt und weihnachtlich geschmückt. Musik dröhnt aus Lautsprechern, die ausgerichtet werden, farbiges Licht blitzt aus verschiedenen Scheinwerfern.

Eine Zirkusdynastie

Patrick Philadelphia steht mittendrin. Als Betriebsleiter – im Zirkus sagt man auch Zeltmeister – ist er dafür verantwortlich, dass alles rechtzeitig an seinem Platz ist und sicher hängt oder steht. Seit 18 Jahren macht Philadelphia diesen Job. Der Name Philadelphia ist kein Künstlername. Eine Zirkusdynastie trug ihn.

Sein Ur-Ur-Ur-Großvater war im 19. Jahrhundert ein Magier, sein Großvater und Vater dressierten Tiere. Die Familie lebte jahrelang im Zirkus Krone, bis Patrick schließlich bei Roncalli landete. Seine Frau war dort Artistin, heute ist sie Trainerin. Wie er es als Kind tat, jongliert sein sechsjähriger Sohn am Rand der Manege mit Keulen und guckt sich Tricks bei den Artisten ab.

Und seine 17-jährige Tochter tritt in diesem Weihnachtscircus erstmalig mit einer Reifen-Nummer auf. „Einmal Zirkus, immer Zirkus“, meint Patrick Philadelphia und lacht. Es ist ein anstrengendes Leben, die Familie ist nur zwei Monate im Jahr daheim im Bergischen Land. Die restliche Zeit ist sie auf Tournee. Aber Patrick Philadelphia sagt: „Wir kennen es nicht anders. Und es ist schön, wenn man erwartet wird wie hier in Berlin, wo wir zuletzt fast 50.000 Besucher hatten.“ Da nehme man auch gern in Kauf, Weihnachten regelmäßig in der Manege und abends im Hotel zu verbringen.

Los Nablos und das „Todesrad“

Wenn die Show beginnt, ist für Patrick Philadelphia die Arbeit übrigens nicht getan. In weißer Reithose und rotem Frack begrüßt er dann die Gäste in der Manege. Dieser Job heißt „Sprech-Stallmeister“ und hat mit der Zirkustradition zu tun. Bei Roncalli gibt es – außer einigen Ponys – keine Tiere und deshalb auch keinen Stall. Doch der Begriff ist geblieben, er stammt aus dem 18. Jahrhundert, als arbeitslose Kavalleristen in England begannen, Besucher mit dressierten Pferden zu unterhalten.

Philadelphia begleitet im Kostüm auch die Artisten zu ihren Auftritten. „Dabei gucke ich gleich, ob alles noch in Ordnung ist.“

Bei einer Nummer wird er diesmal wohl besonders hingucken. Wenn die Los Nablos mit ihrem „Todesrad“ auftreten. Vier junge Artisten laufen durch zwei Riesenräder wie Hamster, die Räder sind durch eine Achse miteinander verbunden und drehen sich. Der Namen Los Nablos passe gut, findet Philadelphia: „Im Zirkusjargon bedeutet nablo so viel wie bekloppt.“ Wer so etwas mache, müsse bekloppt sein.

Nordwestradio Journal 13.12.2012

Veröffentlicht 15. Dezember 2012 von Circus Roncalli in Circus Roncalli, Clown, David Larible, Europa

Nordwestradio Journal

Traumberuf Clown

David Larible reiste jahrelang mit dem Circus Roncalli durch Europa

Der Italiener David Larible ist einer der besten Clowns der Welt, ausgezeichnet mit zahlreichen Zirkuspreisen. Sieben Jahre lang war er mit dem Zirkus Roncalli unterwegs, für ihn als Artist eine der schönsten Manegen überhaupt. Am Sonntag, 9. Dezember 2012, trat er dort zum letzten Mal auf. Zukunftspläne hat er reichlich – bis 2016 ist er ausgebucht.

 

David Larible

David Larible

Quelle: Circus Roncalli GmbH, Theo O.Krath

Vor knapp zehn Jahren entschied nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury beim Internationalen Circusfestival in Monte Carlo, dass er einer der Besten ist und zeichnete ihn mit dem "Goldenen Clown" aus – mit dem Zirkus-Pendant zum Film-Oskar. Es gab zum ersten Mal in der Geschichte des Preises fünfminütige Standing Ovations für den Künstler.

Das ließ ihn nicht kalt, denn auch seine Eltern saßen im Publikum. Überhaupt - das Publikum. Mit dem hat Larible eine richtige kleine Liebesbeziehung. Es sei wie eine schöne Frau, sagt er.

Mitspieler aus dem Publikum

Weißes Hemd mit roter Weste, darüber ein beiger Mantel und eine weite schwarze Hose und die viel zu großen Schuhe. Am Arm ein Schirm. An der Hand ein Koffer. Und ganz wichtig: Nur ganz wenig Schminke! Larible trägt nur eine rote Nase und die großen blauen Augen sind etwas geschminkt, doch der Mann mit den dunklen Locken und tiefen Lachfalten, die sich über das ganze Gesicht ziehen, nimmt mit seiner Ausstrahlung alle gefangen.

Larible liebt es, Menschen in die Manege zu holen, zum Beispiel bei dem Versuch, einen imaginativen Ball in eine Brottüte zu werfen. Dazu holt der Clown sich Hilfe aus dem Publikum. Die Menschen sind zwar Anfangs etwas schüchtern, tauen aber schnell auf und verwandeln sich in kleine Kinder in der Manege und spielen mit. Seine Vorstellung von Clownerie: Ein respektvoller Umgang miteinander und "wir werden Spaß zusammen haben."

Und Larible möchte den Menschen zeigen, wie wichtig es ist, über sich selber zu lachen. Denn Menschen, die über sich selber lachen können, wirken sympathischer, sagt er.

Die Artisten-Dynastie Larible

Gelernt hat der 54jährige sein Handwerk in der eigenen Familie. Die letzten sechs Generationen der Laribles waren Artisten, Tänzer und Clowns. Sein Vater, ein ehemaliger Trapezkünstler, sagte seinem kleinen Sohn damals: "Du wirst nicht einfach ein Clown, sondern Du wirst der Beste!", erzählt Larible.

Musizieren, Singen, Tanzen, Ballett - Larible hat all das gelernt. Denn je besser man seinen Körper beherrscht, desto besser kann man als tollpatschiger Clown daher kommen, sagt er. Und er hat es beim Zirkus Roncalli in den vergangenen sieben Jahren mehr als bravourös gezeigt. Am 9. Dezember 2012 endete seine Zeit dort. Der Clown möchte gehen, wenn es am besten ist. Pläne für die Zukunft gibt es mehr als genug.

Zukunftspläne

Roncalli reist

Roncalli reist

Roncalli reist weiter - ohne David Larible.

Erstmal reist David Larible mit einem Soloprogramm durch die ganze Welt. Danach ein kleines Engagement am Zirkus Knie in der Schweiz und weitere kleine und große Engagements. Bis 2016 ist der Clown schon ausgebucht.

Und für die Zeit, wenn er nicht mehr in der Manege stehen möchte, hat er auch schon einen Wunsch: Eine kleine Clownsschule – am liebsten in Verona. David Larible wirkt glücklich, wenn er von der Zukunft spricht. Kein Wunder, er lebt seinen Traum, jeden Tag.

Bildzeitung, 3.12.2012

Veröffentlicht 3. Dezember 2012 von

"Bremen und ich sind eine Lovestory!"

Bildzeitung, 3.12.2012

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